Garten der Kindheit

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Da waren die Großeltern am Ende der langen Straße. Einen großen Garten gab es da, mitten in der Stadt. Sie durfte Parfum aus Rosenblüten destillieren, sich Calendulablumen hinter das Ohr stecken. Ein Meer von Orange ohne Duft.

Ein Garten voller Obstbäume, Beerensträucher und Salat. Erdbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren, die sie sich direkt in den Mund stecken durfte. Roter Saft, der Flecken auf der Bluse machte. Stacheln, die in die Finger pieksten.

Dieser Garten erinnerte an Texte und Bilder von Heinrich Zille, in denen einfache Leute ein Schwein auf dem Balkon fett fütterten, um nicht hungern zu müssen. Die proletarischen Großeltern hatten keinen Balkon, sie hatten den großen Garten hinter dem Haus. Hier gab es kein Schwein, hier gab es Hühner, Hasen und Ziegen. Ein Garten voller Tiere, die auf den Teller kamen.

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